Fotos und Pläne zu "Die kleinen Leute von Würzburg"

 

Die mittelalterliche Befestigung Würzburgs

Die mittelalterliche Stadtbefestigung Würzburgs Mittelalterliche Stadtbefestigung, gezeichnet von Franz Seberich. Bildquelle: Franz Seberich, Die Stadtbefestigung Würzburgs, I. Teil

 

Deutlich zu erkennen ist die Idee der frühmittelalterlichen Stadtplaner, Würzburg als Bischofshut zu bauen.

 

Im 12. Jahrhundert wächst die Stadt über den Bischofshut hinaus. Die Vorstädte Pleich, Reurer- und Sander Viertel entstehen.

Würzburg um 1830

Das rechtsmainische Würzburg um 1830 Rechtsmainischer Teil des Stadtplans von 1830, angefertigt von Franz Seberich. Bildquelle: Franz Seberich, Die Stadtbefestigung Würzburgs, II. Teil

Das dunkelgrüne Zickzackband, das die Stadt umgibt, ist die mächtige, bis zu 25 Meter starke Stadtmauer. Davor liegt das Glacis, ein freies Schussfeld.

 

Links unten sieht man, dass die Kaserne, von der in der Führung die Rede ist, vom Beginn der heutigen Straße Am Pleidenturm bis zum Hirtenturm reichte.

 

1856 hebt König Max Joseph II. Würzburgs Festungseigenschaft auf. Die Würzburger brechen das gewaltige Mauerwerk ab, die Stadt kann wachsen.

 

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Einen guten Überblick über Würzburgs Stadtmauern bietet das WürzburgWiki.

1. Station: Felix-Freudenberger-Platz

Felix Freudenberger Felix Freudenberger. Bildquelle: Roland Flade, Die Würzburger Juden

Felix Freudenberger, geboren am 8. August 1874 in Heidingsfeld als eines von 11 Kindern einer jüdischen Lehrerfamilie, schloss sich als 20-Jähriger der Arbeiterbewegung an.

 

Der Buchhändler - seinen Laden hatte er in der Augustinerstraße 4 - wurde ein Vordenker und Hauptredner der Arbeiterbewegung und der SPD in Unterfranken.

 

Er gehörte dem Landesvorstand der bayerischen SPD an, war Fraktionschef der SPD im Stadtrat und zog 1919 in den Landtag ein, dem er bis zu seinem Tod 1927 angehörte.

 

Roland Flade berichtet in "Juden in Würzburg 1918 - 1933", die Bayerische Polizei habe ihn als Juden und Sozialisten überwacht. Auf seinem Meldebogen im Würzburger Einwohnermeldeamt stand in roter Farbe „Sozialdemokrat“. Flade kennt keinen weiteren Fall, in dem die Parteizugehörigkeit auf einem Meldebogen verzeichnet war.

 

Er schreibt, aus Hunderten von Spitzelberichten sei Freudenbergers Tätigkeit in Partei- und Gewerkschaftsämtern minutiös nachzuzeichnen. "Der Politiker erscheint dabei als Mann der auf dem rechten Flügel seiner Partei angesiedelt war und energisch gegen die Zusammenarbeit mit Kommunisten agitierte.“


Freudenbergers kommunalpolitische Schwerpunkte waren Schule, Bildung und das Theater. Er war Mitglied des Verwaltungsrates der Volkshochschule, Aufsichtsratsmitglied der Würzburger Straßenbahn und der Kreis-Elektrizitaetsversorgung Unterfranken.


1927 starb er an einem Darmleiden, 53 Jahre alt.

 

2008 benannte der Stadtrat den Platz am Main, zwischen Oberer Mainkai und Willy-Brandt-Kai, nach Felix Freudenberger.

8. Station: Tiepolostraße (Hof des Staatlichen Bauamts)

Sander Tor in der Tiepolostraße Sander Tor in der Tiepolostraße. Bildquelle: Franz Seberich, Die Stadtbefestigung Würzburgs, II. Teil

 

Das neue Sander Tor wurde in den früher 1720er Jahren in der heutigen Tiepolostraße als Teil der Stadtbefestigung angelegt, zur selben Zeit, in der die Kaserne in der heuten Straße "Am Pleidenturm" gebaut wurde.

 

Das mächtige Tor hat Würzburgs Entfestigung in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts überstanden, wurde 1898 dann aber doch abgerissen.

12. Station: Felix-Freudenberger-Platz

Ortrun Scheumanns Tagebuch Repro: Wolfgang Jung

Ortrun Scheumann kam 1938 als weitgereiste 14-Jährige in Würzburg an. Sie, die drei Sprachen fließend sprach, ein musischer Geist, hochgebildet, litt unter nationalsozialistischen Alltag. Die Nazis waren ihr ein Greuel.

 

Ihre Erlebnisse und Beobachtungen hat sie auf Englisch in ihren Tagebüchern notiert. Der Journalist und Historiker Roland Flade wesentliche Auszüge ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel "Geliebte Feinde" herausgegeben.

 

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Buchbesprechung: Ortrun Scheumann: Geliebte Feinde

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