Würzburger Historicals
Zwölf Brücken(un)heilige
Fürstbischof Christoph Franz von Hutten beauftragte 1725 den Düsseldorfer Maler Clemens Lünenschloß, zwölf Figuren für die Alte Mainbrücke zu entwerfen. Als von Hutten stirbt, sind erst sechs, viereinhalb Meter hoch, aus gelbem Schilfsandstein gehauen.
Sein Nachfolger Friedrich Carl von Schönborn vollendete die Heiligenschau - mit Änderungen. Zuerst strich er St. Christophorus, den Namenspatron seines Vorgängers, von der Liste. An dessen Stelle kam St. Nepomuk. Von Hutten hatte die Würzburger Heiligen Aquilin und Bischof Arn als Brückenpersonal ausersehen - auch sie mochte der Schönborn nicht haben. Friedrich Carl orderte an ihrer Statt einen St. Fridericus und einen St. Carolus Borromäus - seine Namenspatrone.
Die Würzburger nennen das steinerne Personal über dem Main "Brückenheilige" und erheben Männer zu Heiligen, die noch nicht einmal der Vatikan heilig sprach: Die Würzburger Bischöfe Bruno und Burkard müssen außerhalb der Stadt ebenso ohne Heiligenschein auskommen wie die fränkischen Herrscher Pippin der Kleine und Karl der Große.
© Wolfgang Jung - schreibdasauf.info