Würzburger Historicals

Solche und solche Loblieder

Kurt Tucholsky war 1927 in Würzburg, hat Schoppen gepfetzt und aufgeschrieben: „Wir hätten sollen nicht so viel Steinwein trinken. Aber das ist schwer: So etwas von Reinheit, von klarer Kraft, von aufgesammelter Sonne und sonnengetränkter Erde war noch nicht da. Und das war nur der offene in Gläsern – wie wird das erst, wenn die gedrückten Flaschen des Bocksbeutels auf den Tisch gestellt werden ...!"

Über 100 Jahre zuvor hatte Johann Wolfgang von Goethe mit gleichem Geschmack seiner Gattin aufgetragen: „Schick mir doch einige Würzburger, denn kein anderer Wein will mir schmecken, und ich bin verdrüßlich, wenn mir mein gewohnter Lieblingstrank abgeht!"

Und Richard Wagner, 1872: „Ich bin zu der Über-zeugung gekommen, dass (ich) seit längerer Zeit unter dem Titel Rheinwein nur gemantschtes und gefälschtes Zeug trinke. Wogegen der Würzburger, seiner Unbeliebtheit wegen, im Rufe steht, wenigstens rein und ungefälscht vorgesetzt zu werden.“

© Wolfgang Jung - schreibdasauf.info 


Feedback-Formular