Würzburger Historicals

Der Oberbürgermeister und die Rasse

"Rasse, Staatszugehörigkeit und Reichsbürgerschaft" waren das Thema der Doktorarbeit von Dr. Helmuth Zimmerer, Würzburger Oberbürgermeister von 1956 bis 1968. Auszüge: Die "marxistische Staatsideologie ist eine rassegebundene und zwar die einer uns völlig fremden Rasse". Oder: "Jede Wissenschaft muss ihre weltanschaulichen Fundamente aufzeigen. Diese fußen für uns vor allem im Buch des Führers ,Mein Kampf' und im Programm der NSDAP".

In der OB-Wahl von 1956 trat er siegreich für alle Parteien gegen die CSU und ihren Kandidaten Dr. Alfons Goppel an. 1962 wurde er wiedergewählt, ohne Gegenkandidaten. Im gleichen Jahr wurde der unterlegene Goppel bayerischer Ministerpräsident, bis 1978. Von seinen Rasse-Gespinsten ließ Zimmerer fürderhin nichts mehr hören - 1966 initiierte er die Städtepartnerschaft mit Mwanza in Tansania. 1968 verlor er die OB-Wahl gegen einen jungen, ehrgeizigen Sozialdemokraten - die Ära des Dr. Klaus Zeitler begann. Der machte sich in den 90er Jahren, nach seiner Amtszeit, auf, in die geistigen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten: Zeitler wurde Mitglied der rechtsextremistischen Partei "Die Republikaner". 

© Wolfgang Jung - schreibdasauf.info 


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