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Historiker-Preis für Main-Post-Redakteur Roland Flade

Vorbei die Zeiten, in denen ausschließlich bedeutend war, was die Mächtigen sagten und taten. Die Historiker wenden sich der Alltagsgeschichte zu, weil diese, sagt der emeritierte Würzburger Geschichtsprofessor Harm-Hinrich Brandt, anders als die traditionelle Geschichtsschreibung „ein weit besseres Eindringen in die Befindlichkeiten und das Denken der vielen Normalbürger“ ermögliche.

Die Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte meinen, der Würzburger Historiker und Main-Post-Redakteur Roland Flade, Jahrgang 1951, habe in dieser Hinsicht besondere Verdienste. Jetzt ehrten sie ihn mit dem Carl-Gottfried-Scharold-Preis. Die „Freunde“, ein Verein mit rund 1500 Mitgliedern, leisten einen umfangreichen Beitrag zur Pflege und Erforschung regionaler Kunst und Geschichte. Ihr Vorsitzender Helmut Flachenecker ist Inhaber des Lehrstuhls für Fränkische Landesgeschichte an der Uni Würzburg.

In seinem ersten Buch untersuchte Flade Rechtsradikalismus und Demokratiefeindschaft in der Weimarer Republik am Beispiel Würzburgs: „Es kann sein, dass wir eine Diktatur brauchen“ ist 1983 erschienen. Bis heute ist es ein Standardwerk.

Schwerpunkt seiner Arbeit war lange Zeit die Geschichte der Juden in Würzburg. Die Fachpresse und die Süddeutsche rühmten seine Dissertation „Juden in Würzburg, 1918-1933“ als „geradezu beispielhaft“ mit „vielfältigen Bezügen über Würzburg hinaus“. Zu internationalem Historiker-Ruhm brachte es Flade mit seinem zweiten, bis heute gültigem Standardwerk „Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart“, erstmals erschienen 1987. Die zweite, erweiterte, Auflage kam 1997 heraus.

Zahlreiche Forschungsarbeiten über jüdisches Leben und Sterben in der Region folgten. Unter anderem sorgte Flade für die Wiederauflage der Bücher des jüdischen Politikers und Journalisten Felix Fechenbach. 2008 folgte das nächste Standardwerk: „Dieselben Augen, dieselbe Seele“, ein Buch über die Verfolgung der Würzburger Sinti-Familie Winterstein im „Dritten Reich“.

Davor hatte er in den Main-Post-Büchern „Unser Würzburger Jahrhundert“ oder „Meine Jugend in Würzburg“ Erinnerungen jener „Normalbürger“ veröffentlicht, von denen Harm-Hinrich Brandt, der emeritierte Geschichtsprofessor, sprach. Seine jüngsten Bücher – „Hoffnung, die aus Trümmern wuchs“ und „Zukunft, die aus Trümmern wuchs“ –, ebenfalls verlegt bei der Main-Post, wurden zu Publikumsrennern.

Brandt war Flades Doktorvater. Als Laudator bei der Scharold-Preis-Verleihung stellte er Flade in die Tradition der 68-er, die „ohne pietätvolle Rücksichtnahmen den Kampf gegen die ,bestehenden Verhältnisse'“ aufnahmen. „In der Person von Flade“ habe sich „der 68-er Impuls unbedingt gelohnt“. Brandt würdigte Flades „höchst nötige, sachorientierte und wissenschaftlich sorgfältige Aufarbeitung von Aspekten der Geschichte des 20. Jahrhunderts“. In Flades Forschungstätigkeit liege, „zumal sie sonst niemand mit dieser Intensität unternommen hat, ein unbezweifelbar großer objektiver Erkenntnisgewinn“.

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Prof. Dr. Harm-Hinrich Brandts Laudatio

auf Roland Flade anlässlich der Verleihung des Carl-Gottfried-Scharold-Preises der Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte am 8. Dezember 2010

Die Nachricht, dass die Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte Ihnen, lieber Herr Flade, in diesem Jahr den Scharold-Preis zugedacht haben, hat mich außerordentlich gefreut und aus mehreren Gründen auch sehr bewegt. Vorab gratuliere ich Ihnen dazu sehr herzlich. Die Bitte, Ihnen aus diesem Anlass eine Laudatio zu halten, erwischte mich in dem Moment, als ich gerade dabei war, den Inhalt von sechs Leitz-Ordnern an Gutachten und Empfehlungen aller Art zu sichten und das meiste davon zu shreddern. Als alter Mann muss man ja recht­zeitig damit beginnen, seine Nachkommen von solcher Entsorgung zu ent­las­ten. Zum Glück hatte ich die Akte Flade, Roland, vorerst beiseitegelegt. Die Tiefe der Jahre: Das beginnt Ende 1980, unmittelbar nach meiner Berufung, mit der Vorlage eines Dissertationsprojekts über die Juden in Würzburg während der Weimarer Republik, verschiedene Bemühungen um ein Dok­torandenstipendium, dazu Gutachten und Korrespondenzen. Ein mehrjähriges Stipen­dium haben wir dann ergattert, und dies war auch notwendig, denn Roland Flade war damals schon, nach Studium der Fächer Englisch und Geschichte, einige Jahre bei der Main-Post be­schäftigt, und hiervon musste er natürlich freigestellt werden. Das hat sich gelohnt und wurde vom Ergebnis vollauf gerechtfertigt. Die 1984 vorgelegte Disser­tation „Juden in Würzburg 1918-1933“, die dann in den „Mainfränkischen Studien“ veröf­fentlicht worden ist, überzeugte durch ihre außerordentliche Materialintensität und die große methodische und gedankliche Sorgfalt in der Rekonstruktion des jüdischen sozialen und kulturellen Lebens in der gewählten Epoche. Zur Erfassung der Quellen hatte der Verfasser etliche Reisen unter­nom­­men: nach Jerusalem ins Central Archives for the History of the Jewish People, wo das Würzburger Ge­mein­dearchiv lagert, nach New York ins Leo-Baeck-Institut und überall hin zur Befragung von Emigranten und Überlebenden. Selbstverständlich gehörte die Auswertung der staatlichen und kommunalen Archivbestände in Würzburg und München dazu, hier insbesondere die Würz­burger Gestapo­-Akten und verschiedene Prozessakten. Hinzu kommt die Auswertung der gesamten örtlichen und regionalen Presse zur Erhellung des Umfeldes in Politik und Alltags­kultur. In einer sehr geglückten methodischen Verknüpfung verbindet Flade in seiner Darstel­lung quantitative Analysen und individuelle Befragungen mit der ereignisgeschichtlichen Schil­derung heraus­ragender Begebenheiten zur Illustrierung der politischen und mentalen Ge­samtsituation. In den Blick kommen auf diese Weise die demographische Entwicklung der jüdischen Bevölke­rung seit dem 19. Jahrhundert, soziale Schichtung, Berufs- und Einkom­mens­verhältnisse, politische Haltungen, die jüdischen Institutionen in der Stadt, das innere Gemeindeleben, die Gruppenbildungen und das Vereinsleben, schließlich der Grad der Inte­gration der Juden in die allgemeine Gesellschaft. Eine ereignisgeschichtliche Darstellung politischer Begebenheiten, die das sich verschärfende allgemeine und auch anti­semitische Klima in den frühen und späten Jahren der Republik eindrucksvoll illustriert, rundet das Ganze ab.

Die Dissertation hat nach ihrer Veröffentlichung 1985 überaus positive Rezensionen erhalten und ist als exemplarische Studie gewürdigt worden, deren Gehalt und Bedeutung weit über Würzburg hinausgehe. Ihr Verfasser hätte damit durchaus eine Universitätskarriere beginnen können. Aber Roland Flade als Professor? Dazu wäre er nach meinem Empfinden  viel zu schade gewesen. Er ist nämlich mit Leib und Seele Journalist, und das zeigt sich namentlich auch daran, dass er sehr lebendig und anschaulich schreiben kann. Und er hat einen investiga­tiven Instinkt, er will etwas herausfinden. Mit dieser Leidenschaft ist er nun aber nie im jour­nalistischen Tagesgeschäft versunken, sondern er hat seinen Beruf im engeren Sinne mit sei­nen historischen Interessen verknüpft. Das hat seit 30 Jahren eine spezifische Mischung er­zeugt, die zu außerordentlich fruchtbaren Ergebnissen geführt hat. Sein Interesse liegt nicht (wie das eher bei seinem Doktorvater der Fall ist) in der abgehobenen Erfassung von Struktu­ren und Prozessen in der Geschichte, obwohl er wie gezeigt auch dies kann; sein Herz hängt vielmehr an konkreten Personen und ihren Schicksalen. Deren biographische Erforschung hat ihn lebenslang umgetrieben: mit detektivischer Findigkeit im Aufspüren von Lebenszeugnis­sen, in deren Erschließung und Einordnung und mit einer all dies befeuernden großen Empa­thie. Operative Voraussetzung dafür ist ein ausgebreitetes Netz persönlicher Bekanntschaften, und hierfür waren bereits die Vorarbeiten zur Dissertation grundlegend. Im Vordergrund stan­den hierbei naturgemäß die durch ihr Schicksal in aller Welt, vornehmlich in Israel und den USA verstreut lebenden Juden, und diesen Juden und ihren Vorfahren galt und gilt denn auch das besondere Interesse Flades. Beschäftigung mit den deutschen und europäischen Juden ins­gesamt und in Einzelschicksalen: das ist eine zumeist deprimierende Forschung, und naturge­mäß dominiert die Opfer-Perspektive. Diese Perspektive ergibt sich nicht durchweg so; es fin­det sich durchaus auch Anderes: etwa die Arbeiten zum ländlichen Judentum im 19. Jh. an­hand von Selbstzeugnissen, der Festschriftbeitrag über den bekannten Liberaldemokra­ten und Gründer der Frankfurter Zeitung Leopold Sonnemann aus Höchberg, die Studie zur unterfrän­kischen Amerikaauswanderung im 19. Jh., dann v. a. die vorzüglich recher­chier­ten Arbei­ten zur Familie Lehman aus Rimpar und ihrer Geschichte in Amerika. Aber dann die Geschichte des Kaufhauses Ruschkewitz, die in der fried­lichen Vorweltkriegs-Kaiserzeit beginnt: Sie un­terliegt dann den späteren antisemitischen Aus­einander­setzungen und mündet schließlich im Terror der nationalsozialistischen Repression mit Vertreibung,  Ent­eignung, Arisierung und Verfol­gung einzelner Familienmitglieder, die nicht entkamen. Das Auschwitz-Tagebuch von Ernst Ruschkewitz, von Flade ausgewertet und in Teilen ediert, ist ein besonders erschüttern­des Dokument unfassbarer Barbarei. Schon die Weimarer Repub­lik bietet auch für Würzburg hinreichend Stoff für Studien zum Antisemitismus. Im Umfeld seiner Dissertation hat Flade schon früh ein Buch zu Rechtsradikalismus und Demokratiefeindschaft in Stadt und Umland ver­fasst und eindrucksvoll die Kontinuitäten herausgearbeitet, die von den frühen Splitter­grup­pen in die NS-Zeit führen. Selbstverständlich werden dabei die Bemü­hungen der Rat­hausparteien und des Magistrats unter Führung des OB Löffler nicht unbeach­tet gelassen, diesen Umtrie­ben entgegenzusteuern. Zu den unrühmlichen  Kontinuitätslinien zählt schließ­lich die Rolle der Justiz, die Flade am Beispiel der skandalösen Verurteilung des Würzburger Gewerkschaf­ters und Eisner-Anhängers Felix Fechenbach und seiner Ermordung 1933 in mehreren Arbei­ten bzw. Editionen pointiert herausstellt. Ein weiteres umfangreiches Buch hat Flade zum Novemberpogrom von 1938 in Würzburg vorgelegt, wobei er abermals von der Auswertung und Präsentation von Augenzeugenberichten ausgeht. Ich begnüge mich mit dieser Auswahl und verzichte darauf, die Fülle der Einzelarbeiten zu jüdischen Schick­salen hier auszubreiten; ein Thema, das Flade bis heute nicht loslässt. Besonders hervorheben möchte ich noch  – diesen Komplex abschließend – ein gewichtiges Buch unseres Autors von 2008 über die Ver­folgung der Würzburger Sinti-Familie Winterstein, und zwar deshalb, weil es nicht nur erschüt­ternde Einblicke in die grotesken Selektions- und Deportationsmethoden sowie der Praktiken medizinischer Experimente an den Opfern gewährt, sondern auch Auf­schluss bietet über die Seilschaften der daran beteiligten Würzburger Mediziner, deren Vertuschungsmanöver nach dem Krieg und das unglaubliche Verhalten der Justiz gegenüber den Tätern einerseits sowie gegenüber den Opfern in den Entschädigungsfragen andererseits.

Alles in allem eine höchst nötige, sachorientierte und wissenschaftlich sorgfältige Aufarbei­tung von Aspekten der Geschichte des 20. Jahrhunderts, die eben auch eine Würzburger Zeitgeschichte war und die man spontan nicht so ohne weiteres mit dem gängigen Bild  unseres mainfränkischen Sybaris in Verbindung bringen würde. Deshalb liegt in dieser Forschungstätigkeit, zumal sie sonst niemand mit dieser Intensität unternommen hat, ein unbezweifelbar großer objektiver Erkenntnisgewinn.

Was aber sind die subjektiven Antriebe, wie hält man so etwas aus? Diese Frage rührt zu­nächst einmal an die Tiefen der Fladeschen Individualität, und die können hier nicht aus­gelotet werden, sollen es auch nicht. Dann aber steckt in der Frage zugleich ein historisches Problem. Die Historiker sind Kinder ihrer Zeit; die Fragen, die sie stellen, sind durch ihre eigene Lebenssituation mitbestimmt. Solche historischen Bewusstseinslagen sind nun, wie die Soziologie lehrt, wesentlich auch durch die Abfolge der Generationen oder Jahrgangskohorten rhythmisiert. Auch die deut­sche Nachkriegsgeschichte ist davon bestimmt.

In den Nachkriegsjahrzehnten stand die Opferrolle der Deutschen im Vordergrund, die vor­ausgegangenen eigenen Taten wurden kollektiv beschwiegen; die Täter trachteten in der neu­en Lage sich zu behaupten und in neuem Rahmen weiterzumachen, was ihnen durch die neu­en Frontlinien des Kalten Krieges sehr erleich­tert wurde. Wie aber standen damals die Ju­gend­­lichen dazu? Ich klammere die Generationen der Hitlerjungen und der Flakhelfer, die noch in das Kriegsgeschehen verwickelt waren, einmal aus und beginne mit meiner eigenen Kohorte, den Kriegskindern. Mein Blick auf die Opfer, und ich kann nach vielen Gesprächen wohl sagen: unser Blick, war schon immer ambivalent. Das eigene Erleben war nie zu über­lagern: etwa mein Überleben im Angriff auf Hildesheim am 22. März (noch eine Woche nach Würzburg, ähnliche Konstellation, gleiches Resultat), die erschütternden Familienszenen bei den Todesmeldungen aller meiner vielen Onkel und älteren Cousins, die Ein­quar­tierung von Ausge­bombten, zu denen wir zum Glück nicht gehörten, die Ankunft der Flüchtlinge aus dem Osten. Parteihistoriker belehren mich noch heute gern dahin, dass ich dies nach dem Schema von Ursachen und Folgen einzuordnen und zu bewerten hätte, aber das ist doktrinär. – Dann jedoch kamen die ersten Illustriertenberichte über die Konzentrationslager mit den Bildern unvorstellbaren Grauens. Meine Frau hat sich als Zwölfjäh­rige danach übergeben müssen, und die Bilder sind nie mehr ausgelöscht worden. Ältere Cousinen von mir waren gleich 1945 von der Straße weg von den Engländern nach Bergen-Belsen ver­frach­tet worden zum Leichenbergen, auch eine nachhaltige Erziehungsmaßnahme eigener Art. Später als Ober­­stufen­schüler und junge Studenten waren wir über die NS-Verbrechen ziem­lich gut unter­richtet, auch wenn das im Unterricht nicht vorkam. Als Spiegel-Leser verfolgten wir – natürlich äu­ßerst kritisch – die Re­stau­ration der alten Führungseliten in Wirtschaft und Exekutive und die damit einhergehenden Skandale. Aber die Verhältnisse in der „Zone“ standen doch zugleich stets als abschreckendes Gegen­bild daneben. Wir haben das alles immer hitzig diskutiert, aber auf die Straße wären wir deswegen nicht gegangen; schon unsere Erziehung hätte uns daran gehindert, und vor allem war unser Tatendrang aus den angedeu­teten Gründen mental paraly­siert. Unser Lieblingsfilm war Hoffmanns „Wir Wunderkinder“.

Sie ahnen schon, worauf meine Rede hinausläuft: Nach uns kamen die „68er“, und das war eine Folgegeneration, die keine eigenen Kriegserfahrungen mehr hatte und gwm. unbelastet und jedenfalls ohne pietätvolle Rücksichtnahmen den Kampf gegen die „bestehenden Ver­hältnis­se“ aufnahm. Gloriole einerseits und Dämonisierung dieser Bewegung andererseits halten auch heute an, wie man im Jubiläumsjahr 2008 sehen konnte. Das ist nicht mein Thema; ihr amorpher Facettenreichtum und ihre unterschiedlichen Feindbilder und Front­linien sollen hier nicht ausgebreitet werden. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit war keines­wegs die wichtigste ihrer Parolen, aber das 68er-Klima verlieh auch diesen, natürlich schon länger im Gang befindlichen Bemühungen (ich denke etwa an den Frankfurter Auschwitz­-Prozess) eine große zusätzliche Schubkraft.

Dank der Universität gab es auch in Würzburg 68er. Ihre Protagonisten waren etwas älter als Roland Flade, aber ihn, Jahrgang 1951, würde ich noch dazu rechnen. Das zeigt sich für mich auch an seinen persönlichen Verbindungen, an dem, was er zitiert. Schaue ich auf das vorlie­gende publizistische Resultat, so würde ich sagen: in der Person von Roland Flade hat sich der 68er Impuls unbedingt gelohnt. Natürlich kommt das Entscheidende aus den persönlichen Antrieben und den ihnen zugrunde liegenden Dissonanzerfahrungen. Das kann man wie schon gesagt nicht ausleuchten. Aber eine Korrelation zum Wandel des „Zeitgeistes“ besteht, wie ich meine, durchaus, übrigens auch in den äußerlichen Bedingungen: Schließlich hätte Roland Flade in den Jahren zuvor in Würzburg  erst einmal jemanden finden müssen, der ihn mit sei­nem Disserta­tions­­thema angenommen hätte.

Die Rede vom Wandel des Zeitgeistes bietet mir nun die Brücke, um dessen weitere Wand­lun­gen in den 1990er Jahren in den Blick zu nehmen und die neueren Themenfelder der Pub­lika­tio­nen Flades damit zu korrelieren. Die Historiker haben seit einiger Zeit damit begonnen, sich der Alltagsgeschichte zuzuwenden, weil diese anders als die traditio­nelle Geschich­ts­schrei­bung der großen politischen Konflikte und der Haupt- und Staatsaktionen ein weit bes­seres Eindringen in die Befindlichkeiten und das Denken der vielen Normalbürger ermögli­chen. So etwas aus den Quellen zu erheben ist weit mühsamer als die Akten des Regierungs­apparates zu lesen: Man muss an Briefe,  Tage­bücher und andere privaten Zeugnisse des täglichen Lebens herankommen. So ist z. B. auch die Alltagsgeschichte des Dritten Reiches zum Objekt dieser Forschung gemacht worden, und das gestattet, einmal auch den Kreislauf der Moralgeschichte von Schuld und Verhängnis zu durchbrechen und die Daseinsbewälti­gung der einfachen Menschen mit ihren Nöten, ihren Irrungen und Wirrungen in den Blick zu nehmen.

Diesen Weg hat Roland Flade seit den späten 90er Jahren beschritten und damit begonnen, solche privaten Zeugnisse zu sammeln, nicht zuletzt durch Zeitungsaufrufe ihrer habhaft zu werden. Das Ergebnis ist eine Reihe sehr eindrucksvoller Dokumentationen, in denen diese Schriftstücke in charakteristischen Ausschnitten zusammengestellt und kommentiert worden sind. Als erstes erschien 1998 „Unser Würzburger Jahrhundert“, eine Sammlung von Tage­buch­aufzeichnungen und Erinnerungen, die vom Kaiserreich bis zur Ankunft der Trabbis nach der Maueröffnung reicht und ein breites Spektrum von Themen abdeckt: Kriegserleb­nisse des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, Inflation und Weltwirtschaftskrise, NS-Alltag, Zerstörung Würzburgs, Trümmerjahre und Wiederaufbau, Flüchtlingsleben, die Studentenun­ruhen 1968, Gastarbeiterschicksale. Die Perspektiven, die sich aus den Lebenser­fahrungen und politischen Einstellungen ergeben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie sagen mehr aus über Mentalitäten und ihr Beharrungsvermögen im Wechsel der Zeiten, als viele gelehrte Abhandlungen vermitteln könnten. Ein weiteres Buch „Meine Jugend in Würzburg“ von 2000 enthält Erinnerungen bekannter Würzburger, die für diese Veröffent­lichung verfasst wurden. Sie führen mit ihren zurückschauenden Berichten ein in das Ver­ständnis der Zeit, über die sie erzählen.

Wohl die populärsten Bücher der letzten Zeit, die von Roland Flade verantwortet wurden, und die ständig nachgedruckt werden müssen, sind die beiden Bände von 2008/2009: „Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. 1945 bis 1948: Würzburgs dramatischste Jahre“ und „Zukunft, die aus Trümmern wuchs. 1944 bis 1960: Würzburger erleben Krieg, Zerstörung, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“. Wieder geht es um Dokumentation, um den Abdruck von Tagebuch-, Brief- und Erinnerungsausschnitten, die vom Herausgeber kommentiert werden. Inzwischen ist die Geschichte Würzburgs im 20. Jahrhundert von ihm auch in Videos mit historischem Filmmate­rial anschaulich gemacht worden.

In einem Vor­wort schreibt Flade: „Viele Autoren lassen spüren, dass keine menschliche Existenz aus­schließlich tragisch ist.“ Hier liegt wohl das Geheimnis der großen Resonanz dieser Bücher. Der Wunsch nach positiver Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt ist un­übersehbar; und wer wollte verkennen, dass auch das Engagement des Heraus­gebers davon getragen ist.

Erwägt man – abschließend – die institutionellen Voraussetzungen dieses Engagements, so zeigt sich noch einmal, dass nichts besser als der Journalisten-Beruf in einer Lokalzei­tung dazu geeignet ist, diesen Kontakt zu den Bürgern der Stadt herzustellen, zur Mitarbeit zu er­muntern und alle an dem Ergebnis teilhaben zu lassen. Und außerdem ist der Herausgeber  ein­gebettet in ein Team von Redaktionskollegen und Mitarbeitern, denen Flade in seinen Vor­worten immer wieder dankt und ohne deren Mitwirkung das Ganze wohl nicht vorstellbar ist. Die Main Post steht also mit dahinter, wenn ich zum Schluss sage: Roland Flade hat sich um Würzburg verdient gemacht und ist ein wahrhaft würdiger Träger des Scharold-Preises.        

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Flades Bibliografie


I. Bücher und Aufsätze

Die Menschen starben, die Erinnerung lebt. Neuere Forschungen über Juden in Würzburg, in: Würzburg-heute. Zeitschrift für Kultur und Wirtschaft, Heft 32, 1981, S. 48-49. 

Es kann sein, dass wir eine Diktatur brauchen. Rechtsradikalismus und Demokratiefeindschaft in der Weimarer Republik am Beispiel Würzburg, 158 S., Würzburg (Pupille-Verlag) 1983.

„Flade zeigt, dass eben nicht nur die Nationalsozialisten den Untergang der Weimarer Republik herbeiführten, sondern ebenso jene, die die Nazis unterstützten oder gewähren ließen.“
– Vorwärts 

Jüdische Schüler am Realgymnasium, in: Vom Königlichen Realgymnasium zum Siebold-Gymnasium Würzburg, Festschrift und Jahresbericht für das 120. Jahr 1983/84, Würzburg 1984, S. 71-73.

Juden in Würzburg, 1918-1933 (Mainfränkische Studien, Bd. 34), 519 S., Würzburg (Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte), 1985 (1. Aufl.), 1986 (2. Aufl.)

„Gründlich..., anschaulich..., geradezu beispielhaft.“
– Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte
„Eine Darstellung…, die am konkreten Beispiel die wesentlichen Probleme des deutschen Judentums in der Weimarer Republik vorführt und deshalb auch über die Lokalgeschichte hinaus von Bedeutung ist.“
– Historische Zeitschrift
„Vielfältige Bezüge über Würzburg hinaus.“
– Süddeutsche Zeitung

Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Mit einem Beitrag von Ursula Gehring-Münzel, 433 S., Würzburg (Stürtz) 1987. Zweite, erweiterte Auflage, 469 S., Würzburg (Königshausen & Neumann) 1997.

„Höchst informativ.“
– Die Zeit
„Das vorliegende Buch dürfte die gründlichste und zugleich auch lesenswerteste Geschichte der Juden einer mittelgroßen Stadt sein.“
– Aufbau, New York
„Das Auschwitz-Tagebuch von Ernst Ruschkewitz ist ... an Dramatik kaum zu überbieten.“
– Süddeutsche Zeitung
„Among the many histories of Jews in German cities and regions, this volume stands out by virtue of its readability and attractive format.”
– Shofar, Book Review Section, Purdue University, West Lafayette, Indiana

Juden und Christen in ländlichen Gemeinden Unterfrankens im 19. Jahrhundert, dargestellt anhand von Selbstzeugnissen aus jüdischer Feder, in: Jüdische Landgemeinden in Franken. Beiträge zu Kultur und Geschichte einer Minderheit, Bayreuth 1987, S. 43-46. 

Ländliches Judentum in Unterfranken im 20. Jahrhundert, in: Jüdische Landgemeinden in Franken. Beiträge zu Kultur und Geschichte einer Minderheit, Bayreuth 1987, S. 47-50.

Leben und Tod Felix Fechenbachs, in: Der Puppenspieler. Ein Roman aus dem alten Würzburg, hrsg. von Roland Flade und Barbara Rott, Würzburg (Königshausen & Neumann) 1988, S. 7-30.

„Zum biographischen und lokalen Hintergrund des Romans stellt Roland Flade … eine ganze Reihe wertvoller … Informationen zusammen, die ihn als einen profunden Kenner der Zeitgeschichte Würzburgs ausweisen.“
– Das andere Theater

Der Novemberpogrom von 1938 in Unterfranken. Vorgeschichte, Verlauf, Augenzeugenberichte (Schriften des Stadtarchivs Würzburg, Heft 6), 142 S., Würzburg (Ferdinand Schöningh) 1988.

„Die sorgfältig edierte und typographisch ansprechende Studie … ist ein gutes und gelungenes Beispiel, wie deutsch-jüdische Geschichte transparent gemacht werden kann.“
– Das Historisch-Politische Buch


Felix Freudenberger (1874-1927), sozialdemokratischer Bürgermeister und Pazifist, in: Manfred Treml, Wolf Weigand (Hrsg.) Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Lebensläufe (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, Nr. 18/88), München (Haus der Bayerischen Geschichte) 1988, S. 269-272. 

„Jene, einem rebenreichen Weinstock verglichene Gemeinde". Zur Geschichte der Juden im mittelalterlichen Würzburg, in: Manfred Treml, Josef Kirmeier (Hrsg.), Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Aufsätze (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, Nr. 17/88), München (Haus der Bayerischen Geschichte) 1988, S. 173-180.

Felix Fechenbach und die Reform des Strafvollzugs in der Weimarer Republik, in: Felix Fechenbach, Im Haus der Freudlosen. Als Justizopfer im Zuchthaus Ebrach, hrsg. von Roland Flade, Würzburg (Könighausen & Neumann) 1993, S. 129-140. 

„Gesichtsausdruck: freundlich" - Fotos und Dokumente zur Haft Felix Fechenbachs im Zuchthaus Ebrach, in: Felix Fechenbach, Im Haus der Freudlosen. Als Justizopfer im Zuchthaus Ebrach, hrsg. von Roland Flade, Würzburg (Könighausen & Neumann) 1993, S. 141-167.

Chronik der jüdischen Familie Loeb aus Simmern unter Dhaun, in: Beiträge zur jüdischen Geschichte in Rheinland Pfalz, hrsg. von Matthias Molitor und Hans-Eberhard Berkemann, 3. Jg., Ausgabe 1/1993, Heft Nr. 4, S. 61-69.

Leben und Tod Felix Fechenbachs (in hebräischer Sprache), in: Der Puppenspieler (hebräische Ausgabe), Jerusalem (Verlag Rubin Mass) 1995.

The Lehmans: From Rimpar to the New World. A Family History, 131 S., mit Grußworten von US-Präsident Bill Clinton und Bundeskanzler Helmut Kohl, Würzburg (Königshausen & Neumann), 1996. Zweite, erweiterte Auflage, 152 S., 1999. Unveränderter Nachdruck 2002.

„Klar, dicht und faktenreich.“
– Handelsblatt
„Eine hochinteressante Studie. Flade hat sorgfältig recherchiert …, er urteilt differenziert und formuliert klar und flüssig. Vor allem aber schreibt er mit Engagement und zieht somit seine Leser in den Bann.“
– Das Historisch-Politische Buch

Die Lehmanns und die Rimparer Juden. Zur Dauerausstellung im Rathaus Rimpar, 38 S., Würzburg (Königshausen & Neumann) 1996. 

Der Ritualmord von Manau und seine Instrumentalisierung durch die unterfränkische NSDAP, in „’Denn das Sterben des Menschen hört nie auf...’. Aspekte jüdischen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart, hrsg. Von Ulrich Wagner. Schriften des Stadtarchivs Würzburg, Heft 11, Würzburg (Ferdinand Schöningh) 1997, S. 169-182.

Lehrer, Sportler, Zeitungsgründer. Die Höchberger Juden und die Israelitische Präparandenschule. Schriften des Stadtarchivs Würzburg, Heft 12, 125 S., Würzburg (Ferdinand Schöningh), 1998.

„Exzellent illustriert..., wirklich gelungen.“
– Zeitschrift für Bayerische Kirchengeschichte

Max Mohr, ein vergessener Würzburger Schriftsteller, in: Max Mohr: Ramper, Programmheft zur Inszenierung im Theater Chambinzky, Februar 2002.

„Dass ‚Ramper‘ jetzt auf die Bühne des ‚Chambinzky‘ kommt, ist Dr. Roland Flade zu verdanken. Er stieß im Rahmen seiner Forschungen … auf die Familie Mohr und entdeckte dabei die Texte von Max Mohr. Er besorgte sich das Textbuch zu dem Stück und legte es den ‚Chambinzky‘-Verantwortlichen ans Herz, die einer Aufführung zustimmten.“
– Fränkisches Volksblatt

The Immigrant’s Progress. An account of the travels of Henry Lehman from his home in Bavaria to New York in 1844, then by boat down the coast to Mobile, eventually settling in Montgomery, in: Montgomery County Historical Society Herald, vol. 13, No. 2, Spring 2005, S. 1-7, 16.

Ruth hat auf einer schwarzen Flöte gespielt. Geschichte, Alltag und Kultur der Juden in Würzburg, mit Christoph Daxelmüller, hrsg. von Klaus M. Höynck, 120 S., Würzburg (Echter) 2005.

„Das Buch ist reichhaltig illustriert, nicht zuletzt durch Aufnahmen aus dem Privatarchiv von Roland Flade. Die Beiträge von Flade enthalten auch für Kenner der Würzburger jüdischen Geschichte Neues, sie sind stringent und sehr gut geschrieben.“
– Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst

Family History and its Meaning Today: The Case of the Lehman Family, in: Stammbaum. Journal of German-Jewish Genealogical Research, published by the Leo Baeck Institute, Issue 29, Summer 2006, S-34-38.

Der Mann, der Bismarck die Stirn bot. Der Publizist und Politiker Leopold Sonnemann aus Höchberg, in: Festschrift der Leonhard Frank-Gesellschaft zum 80. Geburtstag von Werner Dettelbacher, Würzburg (Echter) 2006.

Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen an der Universitäts-Frauenklinik Würzburg im "Dritten Reich“, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Jg. 58, Würzburg (Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte) 2006, S. 171-182.

„Unterfränkische Amerika-Auswanderer in der Mitte des 19. Jahrhunderts“, in: Andreas Mettenleiter (Hrsg.), Tempora mutantur – et nos? Festschrift Walter M. Brod, Pfaffenhofen (Akamedon) 2007.

Die Würzburger Juden von 1919 bis zur Gegenwart, in Geschichte der Stadt Würzburg. Band III/1, Vom Übergang an Bayern 1814 bis zum 21. Jahrhundert, hrsg. von Ulrich Wagner. Stuttgart (Theiss) 2007, S. 529-545.

„Gewichtig.“
– Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte

Schlaglicht: Ruschkewitz – eine Würzburger Familie, in Geschichte der Stadt Würzburg. Band III/1, Vom Übergang an Bayern 1814 bis zum 21. Jahrhundert, hrsg. von Ulrich Wagner. Stuttgart (Theiss) 2007, S. 546-548.

Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer Würzburger Sinti-Familie im „Dritten Reich“, 233 S., Würzburg (Ferdinand Schöningh) 2008.

„Roland Flade, ausgewiesen durch seine Forschungen zur Geschichte der Juden in Würzburg, untersucht jetzt ‚die Verfolgung einer Würzburger Sinti-Familie im Dritten Reich' – so lautet der Untertitel. Die Publikation ist indes tiefgründiger und breiter angelegt als hier vorgegeben. Denn Flade beschreibt sachkundig die Herkunft und Verbreitung der ‚Zigeuner‘, erläutert Unterschiede zwischen Sinti und Roma, bevor er sich ihrer Ausgrenzung zuwendet, die in Bayern schon vor 1933 zu beobachten war.“
– Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Flades Buch könnte Muster für weitere Studien werden. Es ist umfassend konzipiert. Flade verknüpft den lokal-individuellen Bezug am Beispiel Theresia Winterstein und ihrer Familie mit der Würzburger Stadtgeschichte gegenüber Sinti und Roma vor, während und nach dem Nationalsozialismus. Hunderte Schrift- und Bilddokumente belegen und veranschaulichen die Darstellung. ...
Minutiös spürt Flade skandalösen Vorgängen im restaurativen bundesrepublikanischen Alltag nach. … Besonders verdienstvoll ist, dass Flade die Täter beim Namen nennt, den Biographien der Verantwortlichen nachgeht. Bedrückende Karrieren. Faktenreich und engagiert vorgetragen, voller Details und dennoch sehr gut lesbar."

- Historische Zeitschrift

Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. 1945 bis 1948: Würzburgs dramatischste Jahre, 280 S., Würzburg (Mediengruppe Main-Post GmbH) 2008 (erste und zweite Auflage), 2009 (dritte Auflage).

Jüdisches Leben in Höchberg, in: Kirchenführer Matthäuskirche Höchberg, zusammengestellt von Martin Eisen, Höchberg 2008, S. 4-10.

Der Koloss über dem Main. Ein Jahr residierte Gustav Adolf von Schweden im Aschaffenburger Schloss Johannisburg, in: Burgen und Schlösser in Unterfranken, Würzburg (Mediengruppe Main-Post GmbH) 2008.

Zukunft, die aus Trümmern wuchs. 1944 bis 1960: Würzburger erleben Krieg, Zerstörung, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, 336 S., Würzburg (Mediengruppe Main-Post GmbH) 2009.

David Schuster – Blick auf ein fränkisch-jüdisches Leben im 20. Jahrhundert, mit Rotraut Ries (Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Band 7), Würzburg 2010, 126 S., 66 Abb.

II. Herausgeber

Felix Fechenbach, Der Puppenspieler. Ein Roman aus dem alten Würzburg. Hrsg. von Roland Flade und Barbara Rott. 218 S., Würzburg (Königshausen & Neumann) 1988.

„Gerade weil sie querliegt zu allem, was im Lauf der Jahre von diesem Journalisten wieder gedruckt wurde, ... gerade deshalb ist diese Geschichte der Lektüre wert.“
– Westdeutscher Rundfunk

Felix Fechenbach, Im Haus der Freudlosen. Als Justizopfer im Zuchthaus Ebrach. Hrsg. von Roland Flade. 167 S., Würzburg (Königshausen & Neumann) 1993.

„Der Haftbericht, dieses dichte Bild von der Härte des rächenden Staates und manch bewegendem Schicksal, ... ist es wert, als eine Quelle sui generis zur Justiz, zum ‚linken’ Humanismus und nicht zuletzt zum Bild von Outcasts in der Weimarer Republik beachtet zu werden.“
– Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte
„Innenansicht des Weimarer Strafvollzugs. Reforminitiativen erreichten diese versteinerte Repressionswelt kaum.“
– Das Historisch-Politische Buch

Unser Würzburger Jahrhundert. Hrsg. von Roland Flade. 272 S., Würzburg (Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co) 1998.

„Da wir die Orte, die genannt werden, kennen und die Menschen, die berichten, Leute ‚zum Anfassen‘ sind, wird Geschichte für uns lebendig.“
– 7. Klasse, Montessori-Schule, Zell
„Eindrucksvoll und bewegend.“
– würzburg-heute

Meine Jugend in Würzburg. Hrsg. von Roland Flade. 272 S., Würzburg (Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co) 2000.

„Ein Lesebuch für den, der der Geschichte des Alltags, der Geschichte von unten auf die Spur kommen will.“
– Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst

III. DVD

Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. Würzburg 1942 bis 1945. Mit Angelika Kleinhenz (Main-Media GmbH) 2009.

IV. Internet-Videos

Ruschkewitz – eine Würzburger Familie. (www.youtube.com, Suchbegriff „Ruschkewitz“)

Videos zur Geschichte Würzburgs im 20. Jahrhundert. (Mit anderen auf www.mainpost.de/geschichte, Rubrik „Filme“) 

Spuren meiner Familie in Niederschlesien. (www.youtube.com/rolandflade)